Google Analytics Zahlenwirrwarr

     

Wie finde und verarbeite ich die wichtigsten Zahlen in Google Analytics?

Ich liebe Zahlen sehr und arbeite deshalb gerne mit Google Analytics. Es liefert mir enorm viele Zahlen über die Nutzung unserer Webseite und die unserer Kunden. So ermöglichen mir die Zahlen Hypothesen, um das Verhalten der Webseitennutzer zu überprüfen und sie geben mir gleichzeitig neue Insights (Verständnis zum Nutzerverhalten). Die neu generierten Insights kann ich zur Verbesserung der Marketing-Massnahmen und der Webseite nutzen.

Als ich Google Analytics zum ersten Mal nutzte war ich jedoch regelrecht überwältigt von all den Unterteilungen in Gruppierungen (Dimensions: Gruppierungen von Zugriffen nach bestimmten Kriterien, z.B. Kanäle, User-Typen oder Wochentage) und Messwerten (Metrics: Zahlen zur Webseitennutzung, z.B. Anzahl Sitzungen, Absprungrate oder Sitzungsdauer). Da die Dimensions und Metrics so hoch an der Zahl sind, kann es zu einer Unübersichtlichkeit führen, die einem fast verzweifeln lässt.

Damit die Verzweiflung nicht überhand nimmt, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die relevanten Zahlen herauszufiltern und zusammenzutragen. In diesem Artikel möchte ich dir gerne 4 dieser Möglichkeiten näher bringen, damit du noch besser von Google Analytics profitieren kannst.

1. Standard-Berichte

Der Einstieg in die Zahlenwelt von Google Analytics gelingt mit den vordefinierten Standard-Berichten. In diesen Berichten sind die Metrics fest definiert und lassen sich nicht bearbeiten. So erhältst du beispielsweise über den Bericht Akquisition > Alle Zugriffe > Channels eine Übersicht über die Dimension Default Channel Grouping (also die standardmässig eingerichteten Kanalgruppierungen) mit den Metrics Sitzungen, Neue Sitzungen in %, Neue Nutzer, Absprungrate, Seiten/Sitzung, Durchschnittl. Sitzungsdauer, Rate der Zielvorhaben-Conversion, Abschlüsse für Zielvorhaben, Zielvorhabenwert.

 

standard-bericht Google Analytics - Standard-Bericht Channels

 

Diese Tabelle kann mir möglicherweise bereits einen neuen Insight bringen. Um die Daten weiterzuverarbeiten, lassen sie sich als verschiedene Dateitypen (CSV, TSV, TSV für Excel, Excel (XLSX), Google Tabellen, PDF) herunterladen. Ich kann mir jedoch keine anderen Metrics in den Standard-Berichten anzeigen lassen. Des weiteren sind diese Tabellen auf zwei Dimensionen beschränkt, was die Analyse von verschiedenen Marketing-Massnahmen erschwert.

Da Google Analytics - wie bereits erwähnt - über sehr viele Dimensions verfügt, ist auch die Zahl dieser Standard-Berichte ziemlich hoch, so dass es eine Weile dauern kann, bis man die entsprechenden Tabellen gefunden hat.

Die Standard-Berichte sind für mich etwas Schönes, um im Google Analytics Konto zu stöbern und mir einen ersten Überblick zu verschaffen, vor allem weil sie keinerlei Einrichtungsaufwand benötigen. Da ich mit den standardisierten Metrics jedoch stark eingeschränkt bin, lassen sich nur die grundlegendsten Zahlen daraus ablesen.

2. Dashboards

Eine Alternative zu den vielen Standard-Berichten finde ich bei den Dashboards. Das Dashboard kann ich mir individuell mit Tabellen, Diagrammen und Grafiken zusammenstellen, bei denen auch die Dimensions und Metrics frei wählbar sind. So kann ich mir hier beispielsweise anzeigen lassen, welche Zugriffs-Quellen eine problematische Weiterleitung haben, indem ich die Dauer der Weiterleitung untersuche.

 

ga-dashboard Google Analytics - Dashboard

 

Mit einem geringen Aufwand stelle ich mir so die wichtigsten Zahlen und Daten zusammen und habe sie mit einem Klick im Blick.

Die Tabellen im Dashboard sind jedoch in ihrem Umfang stark eingegrenzt. So lassen sich lediglich zwei Metrics auf einer Dimension anzeigen. Und die maximale Zahl an Zeilen beläuft sich auf gerade mal 10. Hinzu kommt, wenn ich diese Daten weiterverarbeiten oder irgendwo einbauen möcht, dass ich sie abtippen muss. Denn die Dashboards lassen sich nur als PDF exportieren.

Habe ich mein Dashboard richtig eingerichtet, ermöglicht es mir dennoch einen guten Überblick über die wichtigsten Zahlen, Daten und Fakten meiner Webseite. Übrigens kann ich die Tabellen und Diagramme aus den Standard-Berichten mit einem Klick meinem Dashboard hinzufügen.

3. Benutzerdefinierte Berichte

Berichte im Stil der Standardberichte lassen sich mit einem etwas höheren Aufwand auch selbst erstellen. Der Vorteil liegt darin, dass ich mir die Dimensions und Metrics wie schon auf dem Dashboard nach meinen Wünschen aussuchen und kombinieren kann. Anders als beim Dashboard sind die Tabellen der benutzerdefinierten Berichte in der Zeilenzahl nicht eingeschränkt. Ich kann mir bis zu 10 Metrics auf einer Tabelle zusammenstellen und die Dimensions lassen sich auf bis zu 5 Ebenen aufschlüsseln. Dies ermöglicht mir eine Zusammenstellung von sehr viel mehr Daten als auf dem Dashboard. Zudem kann ich die Daten wie auch schon bei den Standard-Berichten in verschiedenen Formaten (CSV, TSV, TSV für excel, Excel (XLSX), Google Tabellen, PDF) exportieren, um die Daten weiterzuverarbeiten.

 

benutzerdefinierte-berichte Google Analytics - Erstellen von Benutzerdefinierten Berichten

 

4. Add-on für Google Tabellen (mein geheimer Favorit)

Wie bereits erwähnt liebe ich Zahlen und verarbeite diese gerne in verschiedenen Diagrammen und Grafiken. Da ich mir den Aufwand aber sparen möchte, die Grafiken immer wieder neu anzulegen, anzupassen und so weiter, habe ich mir das Google Analytics Add-on für Google Tabellen zugelegt.

Mit diesem Add-on kann ich frei auswählen, welche Daten, d.h. welche Metrics auf welchen Dimensions, ich direkt als Bericht in meiner Google Tabelle einfliessen lassen will. Habe ich mir die Daten erst einmal zurecht gelegt und meine Grafiken und Diagramme erstellt, lasse ich die Berichte in dem von mir gewünschten Zeitraum laufen.

Der grosse Vorteil am direkten Datenbericht in Google Tabellen - und der Grund, weshalb es sich um meinen Favoriten handelt - ist der, dass die so erstellten Grafiken und Diagramme in weiteren Google Produkten eingebaut werden können. So kann ich beispielsweise eine Präsentation mit Google Präsentationen erstellen, welches auf einer Folie mein gewünschtes Diagramm enthält. Ändere ich nun den Zeitraum meiner Berichte, so lässt sich das Diagramm in der Präsentation mit einem Klick aktualisieren und meine Präsentation ist stets auf dem laufenden Stand. Die Diagramme und Tabellen kann ich ebenfalls auf einer Seite als iframe einbauen. Des weiteren kann man mit diesen Diagrammen auch interagieren, wie du beim Beispiel hier siehst.


Interaktives Diagramm aus Google Tabellen

Das Add-on für Google Tabellen erleichtert mir bei korrekter Einrichtung einen Grossteil meiner Arbeit und erhöht damit den Spassfaktor, den ich mit meinen Zahlen habe. Jedoch ist die Einarbeitung ins Add-on mit einem hohen Zeitaufwand verbunden. Ich empfehle dir aber, diesen Aufwand in Kauf zu nehmen, wenn du ebenfalls so viel Freude an Zahlen verspürst wie ich.

Welche Erfahrungen hast du mit dem Google Analytics Datenexport gemacht? Teile deine Erfahrungen im Kommentarfeld mit unseren Lesern.

Benötigst du Unterstützung bei der Analyse deiner Zahlen? Dann nimm mit uns Kontakt auf.

 

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