Seit Mitte der 90er Jahre des letzten Jahrhundert haben Unternehmen gelernt, sich mit ihren Corporate Websites im Internet darzustellen bzw. Online Geschäftsmodelle zu entwickeln. Im angloamerikanischen Raum ist dies sehr viel schneller geschehen als in Europa. Die besondere Dynamik der angelsächsischen Märkte hat auch dazu geführt, dass fast alle grosse Internet-Unternehmen – wie zum Beispiel Google, Facebook, Amazon und Apple – in den USA zuhause sind. In Europa wird man vergeblich nach solchen Internetriesen suchen. Lediglich die chinesische Volkswirtschaft kann mit Alibaba oder Tencent noch vergleichbare oder sogar grössere Internetkonzerne vorweisen.

Seit dem Beginn des Siegeszugs des Smartphones im Jahre 2007 im Zusammenspiel mit immer leistungsfähigeren Übertragungsstandards, Social Media-Plattformen und neu Künstlicher Intelligenz, ist eine neue (post-)industrielle Revolution im Gange, deren Umfang und Bedeutung von den Zeitgenossen noch nicht vollumfänglich überschaut werden kann. Dieser Prozess wird im allgemeinen als “Industrie 4.0”, “Digitalisierung” oder auch “Digitale Transformation” bezeichnet. Um diese Begriffe ist seit einiger Zeit ein grosser Hype entstanden. Wo steht die Schweiz? 

Hier hier geht's zu Ihrem digitalen Erfolg!

KMU und ihre Digitale Reife 

Die Schweiz ist digitalisiert – aber leider nicht überall! Die Grosskonzerne sind fortgeschritten, die KMU aber leider nicht. Viele KMU sind noch wenig bis gar nicht digitalisiert, was ein ernsthaftes Problem ist, denn die Schweizer Volkswirtschaft besteht zu 99% aus Firmen, die weniger als 250 Mitarbeiter haben. Sie sind das sprichwörtliche “Rückgrat der Schweizer Wirtschaft”.

Ist diese Situation lange verdrängt worden, so kommt sie jetzt mit voller Wucht auf die politische und wirtschaftliche Agenda: In den letzten beiden Jahren sind zahlreichen Studien von Hochschulen und Beratungsunternehmen veröffentlicht worden. 

Daneben existiert selbstverständlich eine kaum mehr überschaubare Flut an Artikeln, Blogposts, Videoformaten etc. zu diesem Thema. Sie alle zeichnen bei unterschiedlichen Ansätzen doch grosso modo ein einheitliches Bild hinsichtlich der “Digital Maturity” (Digitale Reife) der Schweizer KMU: Unternehmen aus den Bereichen ICT sind am weitesten fortgeschritten, gefolgt von der Retail-Industrie, die sich allmählich entwickelt. Unternehmen der MEM-Industrie oder Handwerksbetriebe sind kaum digitalisiert. Aber selbst die Spitzenreiter der Digitalen Reife haben gegenüber ihren Peer-Unternehmen in den USA gewaltigen Nachholbedarf.

Digitale-Reife-nach-Branchen.png

Quelle: https://aback.iwi.unisg.ch/kompetenz/digital-maturity-transformation/infografik-studie-2016/

Als Gründe für diese rückständige Entwicklung werden in den meisten Studien zum allergrössten Teil folgende Umstände angegeben: 

  • Kapitalmangel: Seit Januar 2015 drückt die Aufhebung des EUR/CHF-Mindestkurs und damit der “starke Franken” auf die Ertragslage. Die geringen Margen haben bei vielen KMU fast alle finanziellen Ressourcen aufgefressen. Viele KMU würden gerne investieren, aber ihnen fehlt schlicht das Kapital.

  • Mangelndes Bewusstsein: Viele Schweizer KMU sind mit ihren Geschäftsmodellen “digitale Dinosaurier”. Die Digitalisierung wird unterschätzt. Und in Krisenzeiten werden die Marketingbudgets auch noch gestrichen, anstatt in die Internetpräsenz zu investieren.
  • Fehlende Managementkompetenz: Viele Geschäftsleitungen sind überaltert und kennen die neuen Technologien nicht gut genug. Die Einbindung von fähigen Mitarbeitern würde aber die Hierarchiepyramiden strapazieren. Aber Digitalisierung ist keine Frage des Alters, sondern der Unternehmenskultur.      

Natürlich bedeutet Digitalisierung nicht für alle Branchen dasselbe. In Unternehmen der MEM-Industrie und im Baugewerbe bedeutet Digitalisierung vor allem Effizienzsteigerung durch Automation und Prozessoptimierung, während Firmen im Detailhandel und in der Retail-Industrie vor allem die Vermarktungsstrategien im Fokus haben. Wir wollen uns hier vor allem auf diese Unternehmen konzentrieren.  

“(Digitale) böhmische Dörfer” und eine alte DNA

Viele Unternehmen und ihre Geschäftsleitungen sind noch nicht auf der Höhe der Zeit: Lead Nurturing, CRM, Marketing Automation, Social Media Marketing, Content Marketing, Inbound MarketingE-Mail Marketing, Buyer’s Journey und Customer Journey, Suchmaschinenoptimierung und Suchmaschinenwerbung etc.  - das sind in vielen Führungsetagen von Schweizer KMU's “(digitale) böhmische Dörfer”. Vor allem der über Jahre hinweg generierte Datenschatz wird in den Unternehmen nur sehr schlecht bewirtschaftet. Der Detailhandel und selbst eCommerce-Anbieter haben spät auf die Instrumente des Digital und Online Marketings gesetzt – grosse Shopless-Commerce-Anbieter wie Zalando sind da viel weiter. 

Andere Studien weisen darauf hin, dass im deutschsprachigen Raum immer noch versucht wird, digitale Hilfsmittel und Infrastrukturen an das Geschäftsmodell oder Unternehmen ‒ oder sogar noch konkreter an ein Produkt – anzupassen. Es liegt quasi in der historischen DNA dieser Unternehmen, lieber ein Produkt auf dem Reissbrett weiterzuentwickeln, anstatt in einer Form von Kollaboration oder Ko-Kreation den Kunden in den Prozess miteinzubeziehen, um ein völlig neues, innovatives Produkt zu kreieren und damit ein neues Kundenerlebnis zu schaffen.

Eine beinahe grenzenlose Mobilität

Smartphones und Tablets haben uns allen die beinahe permanente Erreichbarkeit beschert. Was für uns als Individuen gilt, hat auch für Unternehmen und Organisationen seine Gültigkeit. Die Vernetzungsmöglichkeiten von Firmen sind ebenfalls beachtlich. Mittels Wissensmanage-ment ist das gesamte im Unternehmen selbst verfügbare Wissen allen Mitarbeitern auf allen Hierarchiestufen rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr zugänglich. Die Abfragen können mobil und ohne Rücksicht auf irgendwelche Zeitzonen erfolgen.  

Dieses Mobilitäts- und Personalisierungsprinzip gilt aber nicht nur für die eigenen Mitarbeiter, sondern sollte vor allem in der Kundengewinnung und -bindung eingesetzt werden. Hier bietet die Marketing Automation Optionen und Möglichkeiten, die beinahe atemberaubend sind. Kunden können mittels Ko-Kreation und Kollaboration direkt in den Innovationsprozess eingebunden werden. Produkte und Dienstleistungen können so spezifisch entwickelt und angeboten werden, wie es der Kunde wünscht. Der Kunde bekommt letztendlich rund um die Uhr einen individuellen und exakt auf ihn abgestimmten Angebotsservice.

Komplette Konversion der Märkte

Digitales Marketing, Lead Management und Marketing Automation sind zu ausserordentlich wichtigen Tools geworden, auf die KMU's bei ihren Vermarktungsstrategien auf gar keinen Fall mehr verzichten dürfen. Die Märkte verändern sich rasant: Was hat eine Suchmaschine auf den ersten Blick mit Smartphones (Stichwort “Google” und “Android Betriebssytem”) zu tun? Fragen Sie doch ‘mal Nokia! Warum vermarktet ein Online-Buchhändler wie Amazon plötzlich eigene Tablets (Stichwort “Kindle”)? Warum krempeln Anbieter wie Uber oder Airbnb ganze Industrien wie die Transport- und Logistikbranche oder den Tourismussektor um, obwohl sie sich selbst doch ganz bescheiden als “harmlose Plattformen” geben? Die Digitalisierung bietet sicher viele Chancen, aber es werden auch ganze Branchen und Geschäftsbereiche verschwinden.

“Letzter Aufruf für…”

Wir alle kennen diese Durchsagen von unseren Business Trips und Aufenthalten am Flughafen. Und jedesmal fragt man sich, warum diese Leute nicht pünktlich beim Onboarding sind… “ So oder so ähnlich verhält es sich auch mit dem Einstieg in das Digitale Marketing für KMU: Es gibt nur ein bestimmtes Zeitfenster, um bei der Digitalen Transformation dabei zu sein. Unter-nehmensziele müssen in diesem Kontext neu definiert und die Online Strategien entsprechend ausgerichtet werden, damit das Potenzial von Marketing Automation und Lead Management zielführend eingesetzt werden kann. Denn die gute Nachricht im Rahmen dieser Herausforderung ist, dass Instrumente und Tools immer preiswerter und anwenderfreundlicher werden, so dass KMU's mit gleichlangen Spiessen wie Konzerne kämpfen können.

Hier noch eine kleine Auswahl der jüngsten Studien zum Thema "KMU & Digitale Reife".

Sie möchten gerne mehr über Marketing Automation erfahren? Dann nehmen Sie ganz einfach Kontakt mit uns auf. Wir beraten Sie gerne! 

Hat Ihnen der Beitrag gefallen?