Piwik - EINE ALTERNATIVE ZU GOOGLE ANALYTICS?

     

 

Am 28. September 2017 lief die Frist ab, die Google für die Änderung der Anzeige von Shopping-Ergebnissen gewährt wurde.[1]  Google musste zuvor eine Strafe von 2.4 Milliarden Euro bezahlen, weil der Konzern die Werbeplätze für sich allein beanspruchte und so seine Marktmacht missbrauchte. Nicht nur Google, sondern auch andere Internetgiganten wie Facebook und Instagram besitzen monopolähnliche Marktmacht. Es liegt natürlich bis zu einem gewissen Grad in der Natur der Sache, dass sich im Internet solche Monopole bilden. Eine Social Media-Plattform wie Facebook zum Beispiel ist für Nutzer nur dann wirklich interessant, wenn sie von vielen Personen genutzt wird, was natürlich wiederum für den Anbieter interessant ist.

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Vor- und Nachteile von Internetriesen

Auf der einen Seite hat die Monopolstellung den Nachteil, dass kleinere Anbieter wie Piwik im Markt kaum Fuss fassen können und nicht wirklich als Alternative zu den Riesen wie Google Analytics wahrgenommen werden. Auf der anderen Seite hat die Monopolstellung den Vorteil, dass eine Plattform sehr viele Informationen auf sich vereint und entsprechend hohen Nutzen bieten kann.

Google – Der Platzhirsch

Google hat sich nicht nur weltweit, sondern auch in der Schweiz als der Suchmaschinenanbieter schlechthin etabliert. Von den zur Verfügung stehenden Suchmaschinen kommt in über 90% der Fälle Google zum Zug.[2]  Die Platzierung von Textanzeigen auf Google ist für Unternehmen deshalb entsprechend attraktiv und Google AdWords-Kampagnen weit verbreitet sind. Ein Grossteil der Schweizer Firmen nutzt auch gleich noch Google Analytics für die Analyse des Datenverkehrs auf der eigenen Webseite.[3]  Denn Google verfügt über eine Unmenge an eigenen Nutzerdaten und stellt diese den Unternehmen via Google Analytics teilweise zur Verfügung. Picture Perfect? Nicht ganz.

Google Analytics – Eingeschränkte Datenanalyse

Bleiben wir bei Google Analytics. Bei genauerem Hinsehen erhalten die Betreiber von Webseiten in Google Analytics nur eingeschränkten Zugang zu ihren Rohdaten. So schränkt Google zum Beispiel die Untersuchungsmöglichkeiten von einzelnen, anonymisierten Webseitenbesuchern ein. Ausserdem sind die Erhebungsmethoden von Google nicht immer eindeutig nachvollziehbar. Deshalb ist es schwierig, die zugänglichen Webdaten in Google Analytics richtig zu interpretieren.

Verwendungszweck unbekannt

Gemäss allgemeinen Geschäftsbedingungen kann Google zudem sämtliche Webdaten für eigene Zwecke nutzen. Dies kann problematisch werden, denn die Schweizer Unternehmen dürften in Zukunft aufgrund des geplanten Datenschutzgesetzes eine verstärkte Informationspflicht gegenüber ihren Webseitenbesuchern haben.[4]  Will ein Unternehmen in Zukunft vollumfassend über die Datenverwendung informieren, müsste es auch die genaue Nutzung durch Google offenlegen. Das dürfte jedoch schwierig werden, da letzteres nicht immer bekannt ist.
 

Webanalysen stehen unter ausländischem Recht

Auch in anderen Bereichen hat die Verwendung von Google Analytics rechtliche Konsequenzen. Google speichert die über Google Analytics erhobenen Daten in den verschiedenen Google-Rechenzentren. Diese befinden sich in den USA, Südamerika, Asien und Europa. Bei Webdaten, die via Google Analytics genutzt werden, kommt also automatisch ausländisches bzw. internationales Recht zum Tragen. Dies kann jedoch im Widerspruch zu den Schweizer Vorschriften stehen. So erhalten Behörden in einigen Ländern zum Beispiel deutlich einfacheren Zugang zu privaten Daten als in der Schweiz.
 

Piwik gewährt vollständige Eigentumsrechte

Wer sich weder mit unvollständigem Zugang zu Rohdaten noch mit Rechenzentren im Ausland beschäftigen will, kann auf verschiedene Alternativen ausweichen. Eine davon ist Piwik, eine Open-Source-Lösung zur Analyse von Webdaten. Aber was ist Piwik genau? Mit der kostenlosen Variante können Unternehmen Piwik auf dem eigenen Server installieren und die Webdaten inhouse speichern. Die Daten bleiben in vollständigem Besitz der Unternehmen, verlassen die eigenen vier Wände nicht. Firmen können jedoch auch die kostenpflichtige Variante – das cloudbasierte Piwik – nutzen. Dabei werden ihre Webdaten in den Rechenzentren von Piwik gespeichert. Aber auch hier behalten Unternehmen gemäss Piwik die vollständigen Eigentumsrechte an den Daten (data ownership).

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Piwik verzichtet auf Nutzung für eigene Zwecke

Dank den Eigentumsrechten an den Daten erhalten Unternehmen zum einen die vollständigen Rohdaten, die Piwik erhebt. Dies ermöglicht zum Beispiel, den vollständigen Pfad sämtlicher anonymisierter Besucher in Rohdatenform zu untersuchen. Zudem praktiziert Piwik Datenschutz so, dass es die Daten aufgrund der klaren Eigentumsrechte nicht für eigene Zwecke nutzen. Dadurch ist es für die Firmen ein Leichtes, in Sachen Datennutzung gegenüber den Webseitenbesuchern Transparenz zu schaffen.

Mehr Vertrauen dank Privatsphäre

Piwik bietet nicht nur die Möglichkeit zu mehr Transparenz, sondern auch zu stärkerem Schutz der Privatsphäre von Webseitenbesuchern. So können Unternehmen die IP-Adressen der Webseitenbesucher mit mehr als nur einem Byte anonymisieren und ältere Daten können automatisiert gelöscht werden. Zudem bietet Piwik ein Opt-Out-Feature: Webseitenbesucher können mit einem Klick erreichen, dass sie von Piwik nicht mehr getrackt werden. Ein Angebot, mit dem Unternehmen bei ihren Webseitenbesuchern durchaus mehr Vertrauen schaffen können.

Piwik Webanalyse - Endlich wieder Suchanfragen

Seit kurzem ist es mit Piwik möglich, die Suchanfragen zu tracken, mit welchen die Besucher auf die Webseite gelangt sind. Ein spannendes Feature, denn seit 2012 geben Suchmaschinen diese je länger je weniger an die Webseiten-Betreiber weiter. Aber gerade die Suchanfragen der Webseitenbesucher enthalten wertvolle Informationen über deren Absichten und Bedürfnisse. Informationen, die im digitalen Kontakt mit Kunden ohnehin schwierig zu beschaffen, aber für eine bedürfnisgerechte Gestaltung der Webseite und des Online-Marketings jedoch unverzichtbar sind. In Piwik können die Suchanfragen mit den entsprechenden Einstellungen anonymisiert via «Search Engine Keywords Performance»-Plugin eingesehen werden. Allerdings ist dieses Plugin kostenpflichtig.
 

Wermutstropfen: Keine demografischen Merkmale

Ist mit Piwik nun alles Picture Perfect? Auch nicht ganz. Denn im Unterschied zu Google Analytics weist Piwik praktisch keine demografischen Merkmale der Webseitenbesucher aus. Webanalytics-Tools identifizieren nicht die Besucher an sich, sondern in erster Linie die Geräte, mit welchen die Besucher auf eine Webseite gelangen. Verfügt eine Webseite über kein Kundenlogin oder wird dieses nicht genutzt, können die Geräte in der Regel auch nicht mit Personendaten verknüpft werden. Ein Webanalytics-Tool kann Personen, die dasselbe Gerät für den Webseitenbesuch verwenden, deshalb nur schlecht unterscheiden, wenn überhaupt. Als einziges demografisches Merkmal weist Piwik dennoch aus - die Browsersprache der Webseitenbesucher.

Geografische Lokalisierung ist teilweise kostenpflichtig

Das Herkunftsland der Besucher leitet Piwik default-mässig von der Browsersprache ab. Eine genauere geografische Lokalisierung der Besucher kann mithilfe der teilweise kostenpflichtigen GeoIP-Datenbanken von MaxMind erreicht werden. Geschlecht, Alterskategorie oder Interessen weist Piwik nicht aus. Google kann diese Merkmale ausweisen, weil Google die Besucher entweder über ihren Gmail-Account identifizieren kann oder diese Merkmale aufgrund des bisherigen Suchverhaltens schätzt und zuordnet. Die Angaben von Google zu den demografischen Merkmalen sollten jedoch immer mit Vorsicht genossen werden, da sie in der Regel mit beträchtlicher Ungenauigkeit behaftet sind.

Piwik – weniger, aber dafür inhouse

Was denn nun, Piwik oder Google Analytics? Kommt darauf an. Da Piwik über keine eigenen Nutzerdaten verfügt, kann das Tool die Webdaten im Gegensatz zu Google nur begrenzt mit demografischen Daten anreichern. Allerdings ist die Einhaltung der Datenschutzvorgaben mit Piwik einfacher, da die Betreiber von Webseiten die vollständigen Eigentumsrechte an den Daten behalten und die Daten inhouse speichern können. Die Entscheidung Piwik vs. Google ist also im Prinzip einfacherer Datenschutz vs. Umfang.

 
Sie wollen tiefer in die Thematik einsteigen und haben noch mehr Fragen zu Piwik Analytics? Dann nehmen Sie doch Kontakt mit uns auf.  
 

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